Fakultativ pathogene Protozoen: Dientamoeba fragilis und Blastocystis hominis
C. G. Meyer
Abstract aus dem Handbuch der Arbeitsmedizin:
Die beiden hier als „fakultativ pathogene Erreger“ bezeichneten Protozoen Dientamoeba fragilis und Blastocystis hominis sind möglicherweise kausal an gastrointestinalen Erkrankungen, Erbrechen, Durchfall und dem Reizdarmsyndrom (RDS; engl. irritable bowel syndrome, IBS) beteiligt. Eine solche Kausalität ist jedoch nicht abschließend belegt, für B. hominis jedoch wahrscheinlich. Beide Protozoen kommen ubiquitär vor und sind sehr häufig, auch bei vollständig beschwerdefreien Personen, nachzuweisen. B. hominis wird besonders häufig nach längeren Aufenthalten in warmen Ländern gefunden. Therapieempfehlungen gelten nur dann, wenn andere infektiöse Ursachen ausgeschlossen sind (virale und bakterielle intestinale Infektionen, Entamoeba histolytica-, Giardia lamblia-, Cystosisospora belli-, Cyclospora cayetanensis-, Cryptosporidien, Mikrosporidien und Infektionen durch weitere Erreger). Die arbeitsmedizinische Bedeutung der beiden Erreger ist bisher nicht endgültig geklärt.
Zitierweise:
Meyer CG (2019). Fakultativ pathogene Protozoen: Dientamoeba fragilis und Blastocystis hominis. In: Letzel S, Nowak D (Hrsg): Handbuch der Arbeitsmedizin. Kap. D II–3.3.P, 55. Erg.Lfg., ecomed Medizin, Landsberg
Arbeitsphysiologie, Arbeitspsychologie, Klinische Arbeitsmedizin, Gesundheitsförderung und Prävention
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